Deutsche Bahn in Skandal: 24.000 Tonnen Giftmüll illegal entsorgt
Eine groß angelegte Untersuchung hat die illegale Entsorgung von belastetem Erdreich von einer Baustelle der Deutschen Bahn aufgedeckt. Rund 24.000 Tonnen verschmutzter Erde sollen demnach in Kiesgruben am Niederrhein abgeladen worden sein. Im Mittelpunkt des Falls stehen ein Recyclingunternehmen und ein Subunternehmer, die mit dem prestigeträchtigen ICE-Werkstattprojekt in Dortmund in Verbindung gebracht werden.
Die Deutsche Bahn baut derzeit für 400 Millionen Euro ein Wartungsdepot für ICE-Hochgeschwindigkeitszüge in Dortmund. Die Anlage, die Mitte 2027 in Betrieb gehen soll, wird bis zu 17 Züge täglich warten und wird als klimaneutrales Projekt beworben. Während der Bauarbeiten wurde belastetes Erdreich von der Baustelle entfernt, das jedoch statt einer ordnungsgemäßen Entsorgung offenbar in zwei offenen Tagebauen bei Kamp-Lintfort landete.
Ein 63-jähriger Mann aus Unna, der als "stellvertretender Betriebsleiter" für ein Recyclingunternehmen in Soest tätig war, wird beschuldigt, die illegale Ablagerung organisiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass für die Entsorgung des belasteten Materials in den Gruben niemals eine Genehmigung erteilt wurde. Fast 1.000 Lkw-Ladungen Erde verschwanden zwischen Februar und November 2024 von den vorgesehenen Entsorgungswegen.
Der für die Abfallentsorgung zuständige Subunternehmer soll für den Entsorgungsauftrag rund 360.000 Euro kassiert haben. Der Fall wirft Fragen auf, wie die Deutsche Bahn die Abfallentsorgung auf ihren Baustellen überwacht, um die Einhaltung der Umweltschutzbestimmungen zu gewährleisten.
Bei der illegalen Entsorgung handelte es sich um Tausende Tonnen belastetes Erdreich aus einem hochkarätigen Schienenprojekt. Die Behörden prüfen nun, ob ausreichende Kontrollmechanismen bestanden, um solche Verstöße zu verhindern. Das Ergebnis der Ermittlungen könnte künftige Abfallmanagement-Praktiken bei Großbauprojekten beeinflussen.






