03 April 2026, 20:22

Bundeswehr reformiert Wehrpflicht: Digitaler Fragebogen für alle 18-Jährigen geplant

Offenes Buch mit handgeschriebenen deutschen Militärtagebucheinträgen aus dem frühen 20. Jahrhundert, enthaltend Text- und numerische Daten.

Bundeswehr reformiert Wehrpflicht: Digitaler Fragebogen für alle 18-Jährigen geplant

Deutschland reformiert sein Wehrpflichtsystem mit einem neuen Modell der allgemeinen Erfassung. Am Montag, dem 10. November 2025, besuchte Verteidigungsminister Boris Pistorius die Lützow-Kaserne in Münster, um sich mit Soldaten auszutauschen und die geplanten Änderungen zu erörtern. Zu den Vorschlägen gehört ein digitaler Fragebogen für alle 18-Jährigen, mit dem ihr Interesse an einem Militärdienst ermittelt werden soll.

Am selben Tag kam der Verteidigungsausschuss des Bundestags zusammen, um über den Entwurf des neuen Wehrpflichtgesetzes zu beraten. Dem Plan zufolge würde jeder junge Mann und jede junge Frau an ihrem 18. Geburtstag eine digitale Umfrage erhalten, um eine mögliche Bereitschaft für den Dienst in der Bundeswehr zu prüfen. Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses und CDU-Abgeordneter, setzt sich im Rahmen der Reformen für eine flächendeckende Erhebung ein.

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Das neue Grundausbildungsprogramm, das am 1. Juli 2025 eingeführt wurde, dauert nun sechs Monate. Anders als im alten System findet die Ausbildung an mehreren Standorten in Deutschland statt, wodurch Verlegungen zwischen Kasernen entfallen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass alle Rekruten vor ihrer Spezialisierung ein einheitliches Ausbildungsniveau erreichen.

Aktuell durchlaufen etwa 200 Freiwillige die überarbeitete Grundausbildung in der Lützow-Kaserne in Münster. Rund 60 Prozent von ihnen stammen aus der Region Münsterland oder Westfalen. Das langfristige Ziel der Bundeswehr ist es, die Zahl der aktiven Soldaten auf 260.000 zu erhöhen und die Reserve bis 2035 auf 200.000 Personen auszubauen.

Während seines Besuchs sprach Pistorius mit Soldaten des Heimatschutzregiments sowie mit Rekruten des neuen Ausbildungsprogramms. Der dezentrale Ansatz zielt darauf ab, allen Soldaten eine gleichbleibend hohe Grundqualifikation zu vermitteln, bevor sie in spezialisierte Aufgabenbereiche wechseln.

Die vorgeschlagenen Änderungen markieren einen Wandel in der Rekrutierung und Ausbildung des militärischen Personals in Deutschland. Sollte der digitale Fragebogen eingeführt werden, würde er für alle jungen Erwachsenen mit Vollendung des 18. Lebensjahres zum Standardverfahren. Unterdessen testet die Bundeswehr weiterhin ihr neues sechsmonatiges Grundausbildungsmodell – in Münster nehmen bereits fast 200 Rekruten daran teil.

Quelle