09 May 2026, 22:16

Biennale Venedig 2025: Jury-Rücktritte und politische Kontroversen überschatten Kunstfest

Plakat für Imre Kiralfys Super-Spektakel in Venedig in der Olympia, das kostümierte Künstler vor einem gebogenen und säulenreichen Gebäude mit Laternen und Bäumen im Hintergrund zeigt.

Biennale Venedig 2025: Jury-Rücktritte und politische Kontroversen überschatten Kunstfest

Die Biennale Venedig 2025 hat mit 100 Nationalpavillons und 111 Teilnehmenden unter dem Motto In Moll ihre Tore geöffnet. Die bis zum 22. November laufende Veranstaltung umfasst 31 Begleitausstellungen. Doch die diesjährige Ausgabe wird von einer Kontroverse überschattet: Die gesamte Jury trat aus Protest zurück.

Das internationale Gremium kündigte einen Boykott gegen Länder an, deren Führungspersonen sich Vorwürfen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgesetzt sehen. Betroffen sind Israel und Russland – woraufhin alle fünf Jurymitglieder ihren Rücktritt einreichten. In der Folge wurden die Verleihungen des Goldenen Löwen verschoben. Stattdessen führte die Leitung die Publikumslöwen ein, die durch Abstimmung der Besucher vergeben werden.

Israels Beitrag, Rose des Nichts, ist im Arsenale zu sehen. Russland kehrt nach den Abwesenheiten 2022 und 2024 mit der Ausstellung Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel zurück. Portugals Vertreter, Alexandre Estrela, positionierte sich öffentlich gegen die Teilnahme beider Länder und berief sich auf Solidarität mit „unterdrückten Völkern“. Sein Projekt RedSkyFalls wird im Palazzo Fondaco Marcello gezeigt.

Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten Forderungen nach einem Boykott ab. Trotz der Auseinandersetzungen präsentiert die Schau weiterhin vielfältige Beiträge, darunter Werke aus Brasilien und Osttimor, die die lusophone Welt vertreten.

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Die Biennale wird ohne die ursprüngliche Jury fortgesetzt; die Preise werden nun vom Publikum vergeben. Mit 100 Pavillons und 31 Nebenveranstaltungen bleibt das Festival eine der größten Plattformen für zeitgenössische Kunst. Die Rücktritte und Boykottdebatten haben die Aufmerksamkeit jedoch auf die politischen Spannungen im Kulturbereich gelenkt.

Quelle