"Berlin ist Kultur" kämpft um mehr Geld für die Kunst vor der Wahl
Eleonora Junitz"Berlin ist Kultur" kämpft um mehr Geld für die Kunst vor der Wahl
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ startet Kampagne für mehr Kulturförderung vor der Berliner Wahl
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Kampagne gestartet, um die kulturelle Förderung im Vorfeld der anstehenden Berliner Wahlen ganz nach oben auf die politische Agenda zu setzen. Die Gruppe will die politische Debatte prägen, indem sie auf die Notlage des Berliner Kulturbereichs aufmerksam macht. Dazu gehören öffentliche Aktionen sowie Forderungen nach stärkerer finanzieller Unterstützung für die Kultur.
Beim Auftakt der Aktionswoche der Initiative versammelten sich prominente Persönlichkeiten, um ihre Sorgen zu äußern. Darunter waren Katharina Marg von der Linken, Ronja Losert und Bertram von Boxberg von den Grünen. Gemeinsam mit Künstler:innen und Kulturschaffenden forderten sie dringende Veränderungen.
Im Mittelpunkt der Kampagne steht die „Berliner Erklärung“, die eine Mindestzuweisung von drei Prozent des Landeshaushalts für die Kultur verlangt. Zudem werden verlässliche Förderstrukturen gefordert, um weitere Instabilität im Sektor zu verhindern. Unterstützer:innen planen, den Slogan „#deinstimmefürkultur“ in Kultureinrichtungen in der ganzen Stadt sichtbar zu machen.
Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen im Kulturbudget als kurzsichtig. Er erzählte eine persönliche Geschichte, wie ein Theaterbesuch mit 14 Jahren sein Leben geprägt habe, und betonte die Bedeutung kultureller Einrichtungen. Reese warnte zudem vor der möglichen Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße aufgrund finanzieller Engpässe.
Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die aktuelle Förderkrise mit dem Mythos von Ikarus und warnte, dass Kultureinrichtungen an den Abgrund gedrängt würden. Gleichzeitig äußerte Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, Bedenken hinsichtlich künftiger Mietzahlungen an die Stiftung Oper ab 2027. Die Initiative hat zudem „Wahl-Lackmustests“ für politische Kandidat:innen entwickelt, darunter Fragen zu ihrem Engagement für kulturelle Bildung.
Ziel der Initiative ist es, die Kulturförderung zu einem zentralen Wahlkampfthema zu machen. Zu den Vorschlägen gehören ein fester Prozentsatz des Haushalts für die Kunst sowie langfristige finanzielle Sicherheit für Kultureinrichtungen. Die Kampagne wird weiterhin Druck auf Kandidat:innen und Parteien ausüben, diese Forderungen vor der Wahl zu berücksichtigen.






