Bergisch Gladbach kämpft mit 50 Millionen Euro Defizit und drohenden Steuererhöhungen
Eleonora JunitzBergisch Gladbach kämpft mit 50 Millionen Euro Defizit und drohenden Steuererhöhungen
Bergisch Gladbach steht vor ernsten finanziellen Herausforderungen: Die Stadt gibt deutlich mehr aus, als sie einnimmt. Stadtkämmerer Thore Eggert skizzierte kürzlich bei einem Workshop der BürgerAkademie die prekäre Lage und warnte, dass schwierige Entscheidungen bevorstehen.
Das Haushaltsbudget der Stadt umfasst ein komplexes, 500 Seiten starkes Dokument, dessen Details für die meisten Bürger nur schwer nachvollziehbar sind. Eggert, der als parteiloser Stadtrat amtiert, erklärte, dass der Großteil der Ausgaben fest verplant sei – Spielraum für Kürzungen bleibe kaum. Besonders belasten die kommunalen Finanzen die sozialen Leistungen sowie steigende Personalkosten, die durch Tariferhöhungen getrieben werden.
Aktuell weist Bergisch Gladbach ein jährliches Defizit von rund 50 Millionen Euro auf. Um ein zwangsweise verordnetes Haushaltssicherungskonzept zu vermeiden, schlägt Eggert vor, die Grund- und Gewerbesteuern zu erhöhen, um jährlich zusätzliche 4 Millionen Euro einzunehmen. Doch selbst mit diesen Maßnahmen bleibt die finanzielle Zukunft der Stadt ungewiss.
Für 2026 sind Investitionen in Höhe von 126 Millionen Euro geplant, darunter für Schulen, Straßen und die Umnutzung des Zanders-Industriegeländes. Doch Eggert gibt zu, dass das Zanders-Projekt keineswegs gesichert ist – es handele sich um "einen Marathon, keinen Sprint". Zudem hat sich der Haushaltsprozess durch die jüngsten Kommunalwahlen verzögert, sodass die Verabschiedung des Etats über die übliche Frist zum Jahresende hinausgeschoben wurde.
Nun muss die Stadt steigende Kosten mit begrenzten Gestaltungsspielräumen in Einklang bringen. Ohne Steuererhöhungen oder drastischere Einschnitte drohen die jährlichen Defizite weiterzubestehen. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie der Stadtrat in den kommenden Monaten mit dem finanziellen Druck umgeht.