Altersarmut droht: Warum Millionen Vollzeitkräfte trotz Job nicht genug für die Rente verdienen
Mina BenthinAltersarmut droht: Warum Millionen Vollzeitkräfte trotz Job nicht genug für die Rente verdienen
Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland sehen sich einem wachsenden Risiko der Altersarmut ausgesetzt. Neue Zahlen zeigen, dass rund 9,2 Millionen Arbeitnehmer weniger als 3.500 Euro pro Monat verdienen – ein Lohnniveau, das oft nicht ausreicht, um eine Rente oberhalb der Armutsgrenze zu sichern. Experten warnen, dass ohne Reformen viele Menschen nach dem Renteneintritt in finanzielle Not geraten könnten.
Aktuelle Daten belegen, dass die gesetzliche Rente bei Über-65-Jährigen derzeit nur noch 53 Prozent des Bruttoeinkommens abdeckt. Rentner sind daher stark auf private Rücklagen angewiesen, um nicht in Armut abzurutschen. Um eine Rente über der Netto-Armutsgrenze von 1.378 Euro zu erreichen, wäre ein monatliches Bruttogehalt von etwa 3.300 Euro nötig.
Besonders betroffen sind Frauen: Ihre durchschnittlichen Rentenansprüche liegen 31,4 Prozent unter denen der Männer. Auch regionale Unterschiede spielen eine Rolle, da in Ostdeutschland der Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglöhnen höher ist. 2024 blieben Geringverdienern nach Inflation nur noch rund 914 Euro pro Monat zum Leben.
Ab 2026 wird die Hinzuverdienstgrenze für Minijobs angehoben, sodass Rentner ihr Einkommen leichter aufbessern können. Doch Kritiker wie der Linken-Politiker Dietmar Bartsch monieren, dass das grundsätzliche Lohnproblem in Deutschland damit nicht gelöst sei. Rund 4,6 Millionen Vollzeitkräfte verdienen weniger als 2.750 Euro im Monat – und erhöhen so ihre Verwundbarkeit im Alter.
Die Schere zwischen Löhnen und Rentenbedarf geht weiter auseinander. Ohne zusätzliche private Vorsorge oder politische Weichenstellungen drohen Millionen Arbeitnehmern finanzielle Engpässe im Ruhestand. Experten fordern eine Stärkung der gesetzlichen Rente und bessere finanzielle Planung, um die Krise abzuwenden.






