18 April 2026, 18:18

Abseits-Debakel im DFB-Pokal: Warum der VAR früher kommen muss – und was dagegen spricht

Buchumschlag mit einem Mann in einem Fußballtrikot, der entschlossen einen Fußball tritt, mit der Aufschrift "Värvall Fußball-Programm".

Abseits-Debakel im DFB-Pokal: Warum der VAR früher kommen muss – und was dagegen spricht

Ein umstrittener Abseitsfehler im DFB-Pokal hat die Forderungen nach einem früheren Einsatz des Videobeweises (VAR) im Wettbewerb neu entfacht. Beim Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München übersah Schiedsrichter Tobias Welz die Abseitsposition von Leroy Sané vor dessen Ausgleichstreffer. Der Vorfall hat Diskussionen darüber ausgelöst, die Videoüberprüfungen bereits vor dem aktuellen Viertelfinale einzuführen.

Der VAR wurde im DFB-Pokal erstmals in der Saison 2019/20 eingeführt – allerdings erst ab dem Viertelfinale. Der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees schlägt nun vor, den Videobeweis bereits ab der zweiten Runde einzusetzen – vorausgesetzt, die logistischen und personellen Anforderungen lassen sich erfüllen.

Doch das Vorhaben stößt auf Hindernisse, vor allem bei den Kosten. Bundesligisten und Zweitligaclubs geben bereits rund 11 Millionen Euro für die VAR-Technologie aus, hinzu kommen etwa eine Million Euro für das Personal, was pro Spiel durchschnittlich fast 20.000 Euro bedeutet. Vereine aus den unteren Ligen, die nicht über vergleichbare Fernseheinnahmen verfügen, hätten Mühe, diese Ausgaben zu stemmen.

Aktuelle VAR-Kontroversen haben den Druck weiter erhöht. In einem Bundesliga-Spiel wurde Eintracht Frankfurt ein Tor fälschlicherweise gegen Heidenheim aberkannt, was zu großer Frustration führte. Ähnliche Fehler im DFB-Pokal könnten das Vertrauen in die Schiedsrichterleistungen weiter erschüttern.

Die Debatte dreht sich um die Abwägung zwischen Fairness und Machbarkeit. Zwar könnte der VAR Fehler in entscheidenden Pokalspielen verringern, doch Finanzierung und Infrastruktur für Vereine außerhalb der ersten beiden Ligen bleiben ungelöst. Jede Änderung müsste vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) genehmigt werden und erfordert Lösungen für die Finanzierung. Bis auf Weiteres bleibt der VAR im DFB-Pokal auf die Viertelfinale beschränkt. Der übersehene Abseitsfehler gegen den FC Bayern München macht die Argumente für eine Ausweitung jedoch schwerer ignorierbar.

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