18 March 2026, 00:25

Abschied vom Berliner Neon-Kult: Das "Zierfisch"-Schild verschwindet für immer

Eine Vintage-Postkarte mit mehreren Abbildungen von Berlin, darunter Architektur, Grünflächen und eine Statue, mit handgeschriebener Text auf der Rückseite.

Abschied vom Berliner Neon-Kult: Das "Zierfisch"-Schild verschwindet für immer

Berlins ikonisches Neon-Schild "Zierfisch" nach vier Jahrzehnten am Frankfurter Tor abgebaut

Das markante Neon-Schild "Zierfisch" in Friedrichshain, das seit den 1980er-Jahren das Frankfurter Tor prägte, ist nach über 40 Jahren abmontiert worden. Das Original aus den frühen 1980er-Jahren wird nun Teil der Sammlung des Berliner Buchstabenmuseums. Doch das Museum selbst steht vor einer ungewissen Zukunft: Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten muss es am Montag seine Türen schließen.

Das "Zierfisch"-Schild erleuchtete erstmals in den 1980er-Jahren die märchenhaft anmutenden Hochhäuser am Frankfurter Tor; um 1999 wurde eine Replik installiert. Nach dem Abbau wurde das Original nun für das Archiv des Berliner Buchstabenmuseums gesichert. Die Sammlung umfasst rund 3.500 Neonbuchstaben – nicht nur aus Berlin, sondern auch aus anderen deutschen Regionen, Österreich und der Schweiz. Viele davon stammen aus alten Läden, Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden und wurden vor dem Verschwindern bewahrt.

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Das Museum, das sich im S-Bahn-Bogen 424 in der Nähe des Bahnhofs Bellevue in Mitte befindet, bleibt noch bis Jahresende geöffnet. Gründerin und Leiterin Barbara Dechant hat das Projekt jahrzehntelang mit Unterstützung eines Vereins von 120 Mitgliedern am Leben erhalten. Doch seit der Pandemie haben sich die Besucherzahlen halbiert, während Energie- und Betriebskosten weiter steigen.

Dechant und ihr Team suchen nun nach Lösungen: Sie benötigen ein Depot zur Lagerung der Buchstaben und eine neue Institution, die den Museumsbetrieb übernehmen kann. Ohne gesicherte Finanzierung oder einen festen Standort bleibt die Zukunft dieser einzigartigen Sammlung ungewiss.

Die Schließung des Berliner Buchstabenmuseums hinterlässt seine 3.500 Neonbuchstaben – darunter auch den neu erworbenen "Zierfisch" – ohne festen Ausstellungsort. Ob die Sammlung für künftige Besucher erhalten bleiben kann, hängt davon ab, ob Dechant Lagerräume und einen neuen Träger findet. Vorerst markieren die letzten Tage des Museums an seinem aktuellen Standort das Ende einer Ära für Berlins Neon-Erbe.

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