04 April 2026, 18:21

16-Jähriger aus Münsterland wegen IS-Unterstützung festgenommen und wieder freigelassen

Detailierte Karte von Stadt Münster, Deutschland, von 1873 mit Textanmerkungen zur Stadtplanung.

Verdächtiger IS-Sympathisant wieder bei den Eltern - 16-Jähriger aus Münsterland wegen IS-Unterstützung festgenommen und wieder freigelassen

Ein 16-Jähriger aus dem Münsterland wurde am Freitagabend unter dem Verdacht festgenommen, die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zu unterstützen. Die Polizei durchsuchte das Elternhaus des Jugendlichen in Nottuln und beschlagnahmte mehrere Gegenstände, darunter ein Mobiltelefon und Waffen – größtenteils Attrappen. Die Behörden entließen ihn später in die Obhut seiner Eltern, schalteten jedoch den Jugendhilfedienst ein.

Der Teenager war in Gewahrsam genommen worden, nachdem Ermittler ihn mit Social-Media-Beiträgen in Verbindung brachten, in denen der IS verherrlicht wurde. Unter den geteilten Inhalten befanden sich auch Bilder von Waffen. Bei der Hausdurchsuchung konfiszierten die Beamten ein Messer, Nachbildungen von Schusswaffen sowie das Handy des Jugendlichen. Eine der beschlagnahmten Waffen wird noch untersucht, um ihre Echtheit zu klären.

Nach der Vernehmung sahen die Ermittler keine rechtliche Grundlage für eine weitere Inhaftierung. Der Jugendliche wurde seinen Eltern übergeben, doch der Jugendhilfedienst wurde umgehend informiert. Die Münsteraner Polizepräsidentin Alexandra Dorndorf betonte das Vorgehen des Landes in solchen Fällen: mit Sensibilität, Wachsamkeit und Schnelligkeit zu handeln, sobald potenzielle Gefahren erkennbar seien.

Die Ermittlungen werden unter Federführung der Staatsschutzbehörden fortgesetzt. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen einen Anstieg von Terrorfällen im Zusammenhang mit Jugendlichen. Seit 2021 hat sich die Zahl der Verfahren gegen minderjährige IS-Sympathisanten verdreifacht. 2025 waren 42 Prozent der terrorismusbezogenen Ermittlungen in Europa und Nordamerika Kinder oder Jugendliche beteiligt. Radikalisierungsprozesse verlaufen heute oft innerhalb weniger Monate – beschleunigt durch Online-Algorithmen. Studien zufolge hatten zudem 87 Prozent der radikalisierten Minderjährigen zuvor Vernachlässigung oder Misshandlung erlebt.

Der Jugendliche bleibt zwar weiter Gegenstand der Ermittlungen, befindet sich aber nicht mehr in Haft. Die Behörden werten die beschlagnahmten Gegenstände aus und beobachten die Lage genau. Parallel wird der Jugendhilfedienst die familiären Verhältnisse prüfen, während die Untersuchungen andauern.

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